An meine Leserinnen und Leser

 

Der Apfel hängt über dem Bürgersteig. 2018©Maja Peltzer

Bei einem Spaziergang durch die Stadt komme ich an einem Ort voller selterner Obstsorten und exotischer Pflanzen vorbei. Ich schaue über den Zaun in einen Park hinein, wo Wege in verwunschenem Schatten Erinnerungen an den Urwald und seine geheimnisvollen Geräusche und Düfte wecken. 

Im Späth-Arboretum, 2018 ©Maja Peltzer.

Mundraub

 

Einige Zweige mit Äpfeln hängen über den Zaun, ich schaue mich um, greife mir einen und denke: ist Mundraub, das darf ich, hing schließlich über dem Bürgersteig. Ich beiße in den Apfel und er schmeckt köstlich! Mensch, da hat jemand aber richtig Ahnung von der Sache, das schmeckt so ausgefallen, so einzigartig! Ich freue mich des Lebens und schreite von dannen, mitten in die pralle Stadt hinein.

 

Greif zu! 2018©Maja Peltzer

Erst später vergleiche ich die Artikel, die ich auf Der fremde Faden veröffentliche, mit dem delikaten Apfel, der mir in den Mund wuchs. Wie der Apfel sind sie scheinbar ohne Kosten und Mühen eigens zum freien Lesen im Internet gemacht: ein Geschenk der Natur! Und ach….wie gerne sammle ich Früchte, Gräser und Beeren, um mich nicht nur an ihnen zu sättigen, sondern aus ihnen in einem magischen Vorgang Texte werden zu lassen. – Nebenbei sorgte ich für das Gedeihen der Kinder und die Männer gingen auf die Jagd, was wäre das doch für ein Leben! Ich schriebe ohne Unterlass und erledigte alles andere in einem Wimpernschlag!

Doch weit gefehlt: weder für mich, noch für den Betreiber des Parks oder für Sammler und Jäger ist das Ernten widerstandslos. Sicher bin ich reich beschenkt vom Leben mit einem nicht endenden Strom an Themen und Ideen, den ich, ganz wie die Hüterin eines Gartens, durch Bildung von Sprachen und Sinnen zu formen lernte. Wie sie, kredenze auch ich so einfach über den Zaun hinweg die eine oder andere meiner Früchte im Weiten Netz der Welt.

Chamaecyparis nootkatensis (Nutka-Scheinzypresse, N-Amerika), Detail, Späth-Arboretum, 2018 ©Maja Peltzer.

Der fremde Faden ist ein Ort des ästhetischen Erlebens. Mit seinem Fokus auf Texturen, Textiles und Transkulturelles ist er ein Nischenprodukt, das ich seit 2016 im Internet veröffentliche. Kernthemen sind hier die Rolle der Kunst für die Gesellschaft und die Frage danach, wie Kultur(en) heute gelebt und verstanden werden. Die sorgfältige Pflege meines Verteilers, die Dynamik des Internets sowie die Qualität meiner Arbeit stehen für sich, denn bei steigender Tendenz werden täglich 300 Artikel gelesen.

Damit ich auf Der fremde Faden weitere saftige Früchte über den Zaun hängen und mit Ihnen teilen kann, brauche ich allerdings Unterstützung. Ich brauche Zeit für das Verfassen der Texte und die redaktionelle Arbeit auf Der fremde Faden, Gewinn zu erwirtschaften ist nicht mein Ziel.

 

Die Spendenkasse im Späth-Arboretum kann man füllen, nachdem der Eintritt bezahlt ist. 2018 ©Marc Peltzer.

Deswegen bitte ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, geben Sie mir etwas zurück, indem Sie meine Arbeit bezahlen! Selbst der Preis einer Kaffeetasse würde genügen. Mit einem Betrag Ihrer Wahl tragen Sie nicht nur dazu bei, dass Der fremde Faden fortbesteht, sondern ermöglichen auch einen freien Zugang zu den hier veröffentlichten Inhalten. – Vielen Dank.
Maja Peltzer, Herausgeberin von Der fremde Faden

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